Die 15 Schritte der Unternehmensgründung durch den erfolgreichen Unternehmenskauf!

Mit einem Unternehmenskauf verbinden viele Menschen folgendes: Aus der Angestelltenposition heraus ein fremdes oder ein bekanntes Unternehmen vollständig durch einen Unternehmenskauf zu übernehmen und dort dann selber in der Geschäftsführung zu wirken. Das wäre dann eine Unternehmensgründung für Sie, obwohl Sie ein bestehendes Unternehmen kaufen wollen.

Für diesen Unternehmenskauf stehen Ihnen Förderprogrammen zur Verfügung, um den Unternehmenskauf zu bezahlen. Es kann aber auch sein, dass Sie sich aus der Position eines Angestellten durch einen anteiligen Unternehmenskauf als tätiger Minderheitsgesellschafter beteiligen wollen. Damit hätten Sie Teilhabe am Erfolg des Unternehmens durch den anteiligen Unternehmenskauf. Das wäre auch eine Unternehmensgründung, und auch dann stehen Ihnen öffentliche Förderprogramme für den anteiligen Unternehmenskauf zur Verfügung, um den Anteil zu bezahlen.Es kann aber auch sein, dass Sie als (angestellter) Geschäftsführer aus einem Unternehmen heraus den Unternehmenskauf für ein fremdes Unternehmen planen, um den Traum vom Unternehmerleben endlich umzusetzen.

Diese Art von Unternehmenskauf ist ein MBI – ein Management-Buy-in -, und auch dafür gibt es viele Förderprogramme, um den Kaufpreis zu zahlen. Mit dem Unternehmenskauf könnten Sie dann allein die Zukunft des zu kaufenden Unternehmens in die Hand nehmen und Potentiale heben. Sie könnten aber auch planen einen Unternehmenskauf umzusetzen, indem Sie die Anteile oder 100% des Unternehmens kaufen, für das Sie aktuell als Geschäftsführer tätig sind. Das wäre dann ein Unternehmenskauf in der Art eines MBO – ein Management-Buy-out. Fördermittel und Förderprogramme gibt es auch für den Unternehmenskauf als MBO.

 

Es gibt noch andere Arten und Situationen für den Unternehmenskauf, aber ich glaube die IST-Situation ist soweit klar: es ist Ihr erster Unternehmenskauf! Sie haben noch nie einen Unternehmenskauf umgesetzt! Sie wollen wissen auf was Sie beim Unternehmenskauf achten müssen, um den Unternehmenskauf nicht in einem Desaster enden zu lassen! Sie wollen wissen wie andere vor Ihnen einen Unternehmenskauf durchgeführt haben. Ihr Wunsch wird nun erfüllt. Sie erfahren in diesem Text, wie erfolgreiche Menschen einen Unternehmenskauf durchführen.

 

Ich für meinen Teil begleite verschiedene Menschen im Jahr bei ca. 40 Kaufpreisfinanzierungen für den Unternehmenskauf. Der kleinste Kaufpreis war bisher 560.000,-€ und einer der Größeren war 24 Mio. €. Für Sie als zukünftiger Unternehmenskäufer hat meine Erfahrung zum Thema Unternehmenskauf den Vorteil, dass Sie im weiteren Verlauf dieses Textes die wichtigsten Schritte erfahren, die erfolgreiche Menschen beim Thema Unternehmenskauf berücksichtigen  bzw. die Unternehmenskäufer oder ein Übernehmer einer Firma bzw. eines Betriebes bedenken sollte. Nutzen Sie diese Insiderinformationen und planen damit einen erfolgreichen Unternehmenskauf.

 

Um Ihnen die Struktur des Ablaufs beim erfolgreichen Unternehmenskauf zu verdeutlichen, erhalten Sie bereits hier die 15 Kernthemen, die Sie durchlaufen“:

 

Schritt 1: Ihr „Warum“ fixieren

Schritt 2: Ihre aktuelle Finanzierungsreichweite bestimmen

Schritt 3: Das Zielunternehmen finden und Kontakt aufnehmen

Schritt 4: Den Verkäufer verstehen

Schritt 5: Erste Geschäftsunterlagen sichten – warme Phase im Unternehmenskauf

Schritt 6: Letter of Intent, unverbindliche Absichtserklärung

Schritt 7: Due Diligence durchführen

Schritt 8: Unternehmensbewertung erstellen

Schritt 9: Finanzierungskonzept mit Fördermitteln erstellen

Schritt 10: Businessplan erstellen

Schritt 11: Fördermittel und Finanzierung beantragen

Schritt 12: Mit dem Verkäufer verhandeln

Schritt 13: Kaufvertrag gestalten, Notar hinzuziehen

Schritt 14: Vertrag Unternehmenskauf unterschreiben

Schritt 15: Unternehmenszukunft nach Unternehmenskauf gestalten

  

Unternehmenskauf Schritt 1: Ihr „Warum“ fixieren

Einen neuen Lebensabschnitt zu planen oder sogar umzusetzen, indem Sie aus „gesicherter“ Position eines Angestellten oder aus der Situation eines Outplacements heraus entscheiden den Unternehmenskauf zu starten, sollten Sie sich intensiv und frühzeitig überlegen. Viele Menschen haben überwiegend den Eindruck gewonnen, dass Selbstständige oder Inhaber eines Unterhabens nur tolle Autos fahren, alles von der Steuer absetzen können, Vermögen aufbauen, Geld wie „Heu“ haben, und sich „alles“ leisten können. Dabei sind sie frei in allen Entscheidungen. Das ist mit einem Unternehmenskauf nicht unmöglich, aber es dauert in den meisten Fällen eine lange Zeit von Jahren, manchmal auch Jahrzehnte, bis sich ein nachhaltiger Unternehmenserfolg aus dem Unternehmenskauf für Sie ergibt. Für die Zeiten in der Phase der Entscheidungsfindung „Soll ich ein Unternehmen kaufen?“ bis zum Vollzug des Unternehmenskaufs und auch in den Zeiten in denen Sie als Selbstständiger oder Unternehmer unter Druck geraten, aus welchen Gründen auch immer, brauchen Sie einen Grund, warum Sie dann nicht „aufgeben“, oder sogar den Unternehmenskauf bereuen. Sie brauchen ein sehr großes „Warum?“. Ich empfehle Ihnen dieses „Warum“ detailliert zu Papier zu bringen bzw. in Ihren Computer als Dokument zu hinterlegen. Also: „Warum wollen Sie ein Unternehmen kaufen?“

 

Nachfolgende Darstellung verdeutlicht Ihnen den Vorteil:

Ihr „Warum“ für den Unternehmenskauf muss immer größer sein und weiter reichen als mögliche Probleme und Schwierigkeiten, die Sie als zukünftiger Selbstständiger und/oder Unternehmer bekommen. Aber auch nach dem Unternehmenskauf brauchen Sie Ihr „Warum“. Sie brauchen mehr inneren Antrieb als Sie sich jetzt vielleicht vorstellen. Immerhin sind weniger als 8% der arbeitenden Bevölkerung als Selbstständiger oder Unternehmen tätig. Somit weniger als  8 Menschen von 100 Menschen!

 

Fragen Sie sich selbst: „Was treibt mich an für den Unternehmenskauf?“, „Was ist anders bei mir?“ und nehmen Sie dieses „anders sein“ dankbar an. Es gehört zu ihrem gewünschten Erfolg – machen Sie etwas daraus für sich und Ihre Familie!

 

Und nochmal: „Warum wollen Sie den Unternehmenskauf umsetzen?“ Bedenken Sie auch: Ihr „Warum“ muss stark genug sein, um Sie von der Idee „Unternehmenskauf“ bis zur Umsetzung „Unternehmenskauf umgesetzt“ und weit darüber hinaus zu unterstützen. Es muss Sie vorantreiben!

Wenn Ihr „Warum“ immer größer ist als die Schwierigkeiten, die Sie zu überwinden haben, dann werden Sie auch nachhaltig erfolgreich. Wenn aber Ihr „Warum“ kleiner ist als die Menge oder Intensität der Probleme, dann sehen Sie Ihr „Warum“ nicht mehr

 

Bevor Sie nun den Unternehmenskauf vollziehen bzw. in weitere Überlegungen gehen ein Unternehmen zu kaufen, empfehle ich Ihnen deshalb sich ganz genau die Frage zu beantworten „Warum soll es ein Unternehmenskauf sein?“ Einige selbst ausgefüllte A4 Seiten zur Beantwortung dieser Frage werden Ihnen helfen und Sie vor großen Fehlern bewahren. Sie schaffen sich mit dem „Warum“ für den Unternehmenskauf eine Sicherheit für Ihre Zukunft für Ihre Entscheidungen. Ihr Freundeskreis kann Ihnen bei der Beantwortung dieser Frage nicht helfen. Es ist Ihre Entscheidung den Unternehmenskauf durchzuführen. Sie können sich mit Ihrer Familie abstimmen ein Unternehmen zu kaufen, aber am „Ende“ stehen Sie in der ersten Reihe und für alles tragen Sie die Verantwortung beim Unternehmenskauf.

 

Das „Warum“ brauchen Sie somit als ersten Schritt, weil Sie an dem „Warum“ alles „festmachen“ können. Sie werden als Selbstständiger bzw. Unternehmer bzw. Käufer eines Unternehmens dauernd in Situationen kommen, die Ihnen unbekannt sind. Ein Unternehmenskauf ist ja nicht Ihr Kerngeschäft. Wenn Sie den Vorgang eines Unternehmenskaufs zum ersten Mal umsetzen, dann haben Sie eine lange Reise vor sich.

An dieser Stelle möchte ich nur noch kurz erwähnen, dass auch Kreditinstitute oder Investoren, o.ä. Sie zu gegebener Zeit fragen werden „Warum wollen Sie den Unternehmenskauf umsetzen?“. Dabei gehe ich davon aus, dass Sie die Finanzierung für den Kaufpreis nicht bar in der Tasche haben und auf Förderkredite bzw. Förderprogramme, Investoren o.ä. zurückgreifen werden.

 

Der erste Schritt im Unternehmenskauf startet somit zwingend mit der Ausarbeitung Ihres „Warum“! Wenn Sie kein großes „Warum“ haben, brauchen Sie den Vorgang für den Unternehmenskauf nicht weiter verfolgen.

  

Unternehmenskauf Schritt 2: Ihre aktuelle Finanzierungsreichweite bestimmen

Der Unternehmenskauf und die damit verbundene Finanzierung des Kaufpreises ist in den meisten Fällen das Nadelöhr bei der eigentlichen Transaktion – und führt leider oft – wg. Mangel an Kaufkraft des Käufers – zum Abbruch der Verkaufsverhandlungen. Entscheidend ist beim Unternehmenskauf somit Ihre eigene Finanzierungsreichweite. Der Unternehmenskauf wird auch als Transaktion bezeichnet und ist der Begriff der meistens synonym verwendet wird.

 

Ihre eigene Finanzierungsreichweite für den Unternehmenskauf entspricht der Aufstellung und Werthaltigkeit Ihrer eigenen Vermögenswerte. Machen Sie eine Tabelle und führen Sie alle (unbelasteten) Vermögensgegenstände auf: Immobilienbesitz, Sparkonten, Aktien und andere Wertpapiere, ihre regelmäßigen Einnahmen, Bonuszahlungen, etc.. Was haben Sie „unter dem Strich“ an Finanzkraft bzw. Finanzierungsreichweite für den Unternehmenskauf. Wenn geplante Kaufpreise höher sind als Ihr aktuelles Vermögen, dann können Sie Förderkredite und andere Förderinstrumente oder sogar Zuschüsse für den Unternehmenskauf nutzen.

 

Die Finanzierungsreichweite für den Unternehmenskauf müssen Sie aber auf jeden Fall erarbeiten, da auch die Kreditinstitute die Frage danach stellen werden. Also bereiten Sie sich darauf vor und gestalten Sie die Finanzierung für den Unternehmenskauf.

 

Da die Liquidität oder der Gewinn des Unternehmens, welches Sie durch einen Unternehmenskauf erwerben wollen, nicht zu 100% für die Rückzahlung etwaiger Förderkredite oder anderer tilgungspflichtiger Finanzinstrumente zur Verfügung stehen kann, brauchen Sie eine genaue Übersicht Ihrer eigenen Finanzkraft bzw. Finanzierungsreichweite für Ihren Unternehmenskauf. Sie können Ihr Vermögen mit sinnvollen Finanzinstrumenten ergänzen und somit höhere Kaufpreise für den Unternehmenskauf bezahlen. In der nachfolgenden Tabelle ist für ein Unternehmenskauf von einer Million Euro bei einem Eigenkapital von 100.000,- € umgesetzt worden.

 

Beispiel Unternehmenskauf: Mit 100.000,- Euro Eigenkapital (Barvermögen) können Sie mit dem Eigenkapitalplus Programm (Förderkredit) weitere 400.000,- Euro für Ihren Unternehmenskauf erhalten. Dieses Förderprogramm ist dinglich nicht zu besichern und fängt bei 0,4% Zins an (!). Mit einem weiteren Förderkredit von 500.000,- Euro haben Sie zusammen die Möglichkeit einen Unternehmenskauf von 1.000.000,-€ zu finanzieren. Das ist natürlich abhängig von der Tragfähigkeit des Zielunternehmens (das zu kaufende Unternehmen) – aber so kann man den Unternehmenskauf umsetzen.

 

Eurosummen in Prozent Finanzinstrument
100.000 € 10,00% Eigenkapital
400.000 € 40,00% Eigenkapitalplus
500.000 € 50,00% Gründerkredit
1.000.000 € 100,00% Kaufpreis

 

Sie haben mit diesem zweiten Schritt sich selbst einen IST-Zustand Ihrer Finanzkraft erstellt und den Unternehmenskauf weiter „voran“ gebracht. Wenn Sie für einen geplanten Unternehmenskauf nicht mindestens 10% Eigenkapital in Barmitteln zur Verfügung haben, empfehle ich Ihnen, sich nicht weiter alleine mit einen Unternehmenskauf zu beschäftigen. Lassen Sie sich erst beraten, wie Sie in kurzer Zeit zu mehr Eigenkapital kommen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dazu einen Unternehmenskauf mit weniger Eigenkapital umzusetzen – das sollte aber die Ausnahme sein. Nutzen Sie gerne mein Angebot „30 Minuten Kostenlose Telefonberatung“ und wir sprechen über Ihren Unternehmenskauf – auch bei wenig Eigenkapital.

 

 

Unternehmenskauf Schritt 3: Zielunternehmen finden und Kontakt

Wenn Sie noch kein konkretes Unternehmen für Ihren Unternehmenskauf „im Auge“ haben, dann können Sie bei der Deutschen Unternehmerbörse oder bei der Initiative nexxt (Bundesministerium für Wirtschaft) nach Unternehmen suchen, die zum Verkauf stehen.

 

Sie können bei beiden Plattformen nach Branchen und Regionen, etc. filtern und bekommen so einen ersten Überblick welche Unternehmen für einen Unternehmenskauf aktuell gelistet sind. Es gibt für den Unternehmenskauf noch weitere Informationsstellen, wie die IHK oder die HK, etc.. In den meisten Branchen haben auch die Branchenverbände eine Onlineplattform mit dem Thema Unternehmenskauf.

 

Hinzu kommt: Viele M&A Berater (Merger & Akquisition – Fusion und Unternehmenskauf) haben Mandate für den Unternehmensverkauf. Sie wären mit Ihrem Wunsch des Unternehmenskauf somit auch da an der richtigen Adresse. Prüfen Sie aber ganz genau nach, was sie dort an Informationen erhalten. Gehen Sie niemals unvorbereitet in ein M&A Gespräch zum Thema Unternehmenskauf!

Aber: In den meisten Fällen die mir bekannt sind, hatte der Käufer für den Unternehmenskauf bereits ein Zielunternehmen, welches er kaufen wollte. Der Unternehmenskauf war damit konkretisiert. Der Käufer hatte erste Aktivitäten gestartet.

 

Mit dem Verkäufer in Kontakt zu kommen ist grundsätzlich sehr einfach. Das der Unternehmenskauf durchgeführt werden soll, ist ja der Wunsch des Verkäufers. Entweder ist der Unternehmenskauf öffentlich gemacht worden (siehe DUB, etc.) oder ein M&A Berater hat den Unternehmenskauf gestartet, oder eine Branchenplattformen hat eine Verkaufsanzeige zum Unternehmenskauf veröffentlich, etc.

 

Mit der Veröffentlichung eines Unternehmenskauf liegt „normalerweise“ ein Verkaufsexposé o.ä. des zu kaufenden Unternehmens vor, um erste betriebswirtschaftliche Daten für den Unternehmenskauf darzustellen. In diesem Exposé „Unternehmenskauf“ stehen z.B.: eine kurze Unternehmensgeschichte, das Angebot bzw. die Produkte des Unternehmens, Mitarbeiteranzahl, Umsatz, und Ertrag, Branchendaten, direkte Kontaktdaten des Verkäufers und eigentlich auch der Kaufpreis für den Unternehmenskauf.

 

Bitte denken Sie aber daran: Die Summe für den Unternehmenskauf des Unternehmens ist in den wenigsten Fällen auch der Unternehmenswert! Dazu später aber noch mehr.

 

Für den Unternehmenskauf können Sie somit den Verkäufer anrufen und mit ihm sprechen. Sie könnten ihm sagen, dass Sie interessiert sind an dem Unternehmenskauf. Sie könnten sich mit treffen wollen und erste Details für den Unternehmenskauf besprechen. Sie könnten von Ihren Vorstellungen sprechen. Sie könnten vieles. Aber eines könnten Sie nicht: Ihm am Telefon den gewünschten Kaufpreis zusagen! Für den Unternehmenskauf ist die Kontaktaufnahme erst ein sehr kleiner weiterer Schritt. Wenn Sie keine schriftlich zugesagte Gesamtfinanzierung von Ihrer Bank für einen Unternehmenskauf in der Tasche haben, oder das Geld für den Unternehmenskauf in bar, dann empfehle ich ihnen: Stellen Sie Fragen an den Verkäufer zum Unternehmenskauf! Warum und welche Fragen lesen in Schritt 4 vom Unternehmenskauf.

 

Sie sollten bis jetzt folgendes bereits schriftlich erarbeitet haben: Ihr „Warum will ich den Unternehmenskauf?“, Ihre „Finanzierungsreichweite für den Unternehmenskauf (vielleicht schon mit einem Berater dazu telefoniert…)“ und Sie haben jetzt ein konkretes Unternehmen für den Unternehmenskauf. Sie sind somit schon ein nennenswertes Stück Weg für Ihren Wunsch „Unternehmenskauf“ gegangen.

 

Jetzt fängt es an, dass Sie sich intensiv mit der Verkäuferseite beschäftigen müssen. Kontakt aufnehmen ist davon der leichteste Akt. Zum Unternehmenskauf gehören zwei „Parteien“. Sie und der „Verkäufer“.

 

Unternehmenskauf Schritt 4: Den Verkäufer verstehen

Der Verkäufer und Sie wollen vom Ziel her das Gleiche: Unternehmenskauf bzw. Unternehmensverkauf.

Es gibt aber extreme Unterschiede zwischen beiden Seiten, wenn es um den Unternehmenskauf geht: Der Verkäufer hängt oftmals an seinem Unternehmen – es ist vielleicht sein Lebenswerk. Vielleicht war ein Unternehmenskauf gar nicht geplant und er wollte, dass seine Kinder das Unternehmen weiter führen. Aber die wollen nicht! (Wäre eine gute Frage, warum nicht….!)

 

Fragen Sie den Verkäufer: Was ist dem Käufer beim Unternehmenskauf wichtig? Welche Vorstellungen hat er von dem zukünftigen Käufer seines Unternehmens? Wie möchte er, dass der Unternehmenskauf umgesetzt wird? Hat er schon schlechte Erfahrungen mit anderen Käufern gemacht? Welchen Zeitplan hat er sich für den Unternehmenskauf gesetzt?

 

Interessieren Sie sich für den Verkäufer, sonst haben Sie Nachteile beim Unternehmenskauf. Wenn Sie den Verkäufer nicht verstehen, neigt er dazu im weiteren Verlauf starr zu bleiben. Egal zu welchem Punkt Sie ein Entgegenkommen wünschen – der Verkäufer sieht Sie auf der anderen Seite. Auch wenn es dem Verkäufer schadet. Meist ist dem Verkäufer nicht bewusst, dass seine Art in dem Vorgang Unternehmenskauf auch dazu beiträgt, ob es ein (nicht) erfolgreicher Unternehmenskauf wird.

 

Zurück zu den Fragen: Erst nachdem Sie den Verkäufer „einiges“ zum Unternehmenskauf gefragt haben, dass dem Verkäufer wichtig ist, können Sie ein paar Fragen stellen, die speziell für „ihre“ Seite des Unternehmenskauf entscheidend ist.

 

ABER: Die meisten Verkäufer sind sehr sensibel beim Thema bzw. wenn Sie fragen „Ich möchte Ihre Geschäftsunterlagen für den Unternehmenskauf sehen“. Info: Das Thema wird an dieser Stelle noch nicht „bearbeitet“ – aber Sie lesen es später.

 

Sie fallen bei den meisten Vorgängen zum Thema „Unternehmenskauf“ auf diese direkte Art und Weise mit der Tür ins Haus. Das wollen Sie nicht! Sie brauchen erst noch ein paar mehr Informationen für den Unternehmenskauf. Sie brauchen einen weiteren Vertrauensaufbau für den Unternehmenskauf. Dies ist auch extrem entscheidend für die Kaufpreisverhandlung für den noch folgenden Unternehmenskauf.

 

Viele Verkäufer sind – wie Sie als Käufer – zum ersten Mal dabei ein Unternehmen zu verkaufen bzw. nehmen Teil an dem Unternehmenskauf. Leider sind viele Unternehmer als Verkäufer nicht optimal beraten und wurden nicht umfassend auf den Prozess des Unternehmenskauf bzw. des Unternehmensverkauf trainiert bzw. gecoacht.

Das bedeutet für den Unternehmenskauf, dass Themen wie Datenraum, Due Diligence, Unternehmensbewertung oder Warranty & Indemnity nicht ausreichend bekannt sind. Auch der umfangreiche Ablauf eines Verkaufsprozesses für den Unternehmenskauf ist den meisten Verkäufern nicht geläufig. Der Unternehmenskauf ist in vielen Bereichen mit gesetzlichen Parametern verbunden: Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Bankrecht, vielleicht Subventionsrecht, Arbeitsrecht, etc. Den meisten ist beim Thema Unternehmenskauf der Zeitumfang bzw. Arbeitsumfang nicht klar. Der Unternehmenskauf bzw. Unternehmensverkauf wird durchgeführt unter dem Motto „Das ist mein Unternehmen, da redet mir keiner rein!“ „Ich kenn mich aus – schließlich mache ich meinen Job seit xy Jahren!“. So scheitert der Unternehmenskauf seitens des Verkäufers!

 

An dieser Stelle haben Sie vielleicht schon bemerkt, dass Sie als Partei „Unternehmenskauf“ und der Verkäufer als Partei „Unternehmensverkäufer“ viel zu leisten haben. Für die Hauptakteure „Verkäufer“ und „Käufer“ ist ein Unternehmenskauf oftmals das erste Mal!

 

Wenn Ihnen der Unternehmenskauf wichtig ist, dann müssen Sie den Verkäufer verstehen (lernen). Es ist die ganze Zeit wie ein Produktverkauf. Sie wollen sich beim (oftmals emotionalen) Verkäufer sehr gut präsentieren. Sie wollen sein „Lebenswerk“ – ihm wegnehmen! Sie wollen durch den Unternehmenskauf ihn auf die Ersatzbank geben. UND jetzt stellen Sie sich vor der Verkäufer hat kein „Warum“ für sein Leben. Na dann viel Spaß beim Unternehmenskauf. Es kann sein, dass der Verkäufer Angst bekommt, sein Unternehmen weg zu geben und damit seinen Lebensinhalt einem FREMDEN zu überlassen. Was werden wohl seine Kunden zu dem Unternehmenskauf durch Sie sagen? Was soll er nach dem Unternehmenskauf bzw. Verkauf machen?

 

Zurück zu den möglichen Fragen, die Sie zum Unternehmenskauf stellen könnten. Das mit der Einsichtnahme in die Geschäftszahlen zum Unternehmenskauf kommt ja im übernächsten Schritt.

Fragen:

  • Welche Potentiale sehen Sie selbst in der Branche?
  • Welches Zukunftspotential hat Ihr Unternehmen?
  • Welche Branchentrends sehen Sie?
  • Wie steht Ihr Unternehmen im Vergleich zum Branchendurchschnitt?
  • Können Sie drei Wochen Urlaub machen und das Unternehmen läuft trotzdem?
  • Wie sieht Ihre Stellvertreterregelung aus?
  • Wie oft haben Sie Stress mit den Mitarbeitern?
  • Wie verwalten Sie Ihre Kunden (Software?)
  • Wissen Sie Ihre Kundenfluktuation?
  • Wie pflegen Sie Ihre Kunden?
  • Wie bekommen Sie neue Kunden?
  • Haben Sie aktuelle Bilanzen, BWA´s?
  • Haben Sie eine Unternehmensbewertung für den Unternehmenskauf erstellen lassen?
  • Haben Sie eine Due Diligence für den Unternehmenskauf erstellen lassen?
  • Wollen Sie nach dem Unternehmenskauf weiter im Betrieb/ Unternehmen beratend tätig sein?
  • Was machen Sie, wenn Sie keinen Käufer Ihr Unternehmen verkaufen können?
  • Wie haben Sie den Kaufpreis für den Unternehmenskauf ermittelt (eine Bewertung ist nicht gleich Kaufpreis!)
  • Wie soll der Kaufpreis gezahlt werden (100% „sofort“, Raten, Teilzahlung, etc.)
  • Haben Sie Detailkenntnisse zur Erstellung der Unternehmensbewertung?
  • Wie hat die Unternehmensbewertung ihren eigenen Preisvorstellungen für den Unternehmenskauf bzw. Verkauf entsprochen (höher, gleich hoch, tiefer als die Unternehmensbewertung)
  • Ist der Erlös aus dem Unternehmenskauf in Ihrer Altersversorgung eingeplant?
  • Wie hat sich in den letzten zwei Jahren Ihr Unternehmen entwickelt (besser, schlechter, gleich geblieben)
  • Warum stellen Sie sich dem Unternehmenskauf bzw. Unternehmensverkauf?

Die Antworten seitens des Verkäufers auf diese Fragen sind in den meisten Vorgängen für den Unternehmenskauf schon so aussagekräftig, dass Sie als Käufer damit den gewünschten Kaufpreis reduzieren können. Warum das? Auch dazu später mehr! Da sie aber jetzt erstmal nur die Antworten notieren und nicht den Unternehmenskauf diskutieren und besprechen sollen, kommen wir im weiteren Verlauf zur richtigen Nutzung dieser Informationen.

 

Grundsätzlich können Sie als Käufer davon ausgehen, dass 75% der Kaufpreise beim Thema Unternehmenskauf um ein Vielfaches zu hoch gewünscht sind! Viele Verkäufer rechnen Ihren persönlichen Einsatz in den Verkaufspreis ein. Das mag für den Verkäufer legitim sein – ist aber für einen erfolgreichen Unternehmenskauf völlig unangebracht! Auch ein Grund warum viele Unternehmen zwar zum Verkauf stehen, aber der Unternehmenskauf immer wieder scheitert!

 

Aus Erfahrung kann ich sagen: Leider ist der Vorgang „Unternehmenskauf“ bei kleinen und mittelständischen Unternehmen überwiegend emotional, statt zielführend gerichtet zu verkaufen. Für Sie als Käufer kann ich an dieser Stelle nur empfehlen: Sie haben ein „Warum“ zum Unternehmenskauf. Sie haben Ihre Finanzierungsreichweite zum Unternehmenskauf. Sie haben Plattformen, auf denen Sie „Ihren“ Unternehmenskauf starten können und Sie haben jetzt nach Schritt 4 das Verständnis für den Unternehmenskauf gewonnen oder ausgebaut.

 

Sind Sie noch dabei? Sie sind noch im „Unternehmenskauf?“ Wollen Sie immer noch das Zielunternehmen oder ein Alternativunternehmen kaufen? OK. Dann geht es jetzt in die Details. Sie wollen die Geschäftsunterlagen sichten, um sich von dem Erfolg in Zahlen zu überzeugen. Ein für viele Verkäufer heikles Thema – wie schon angedeutet.

  

Unternehmenskauf Schritt 5: Erste Geschäftsunterlagen sichten – warme Phase im Unternehmenskauf

Ein gut vorbereiteter Verkäufer sieht in dem Vorgang Unternehmenskauf und dem damit verbundenen „öffnen“ „seiner“ Geschäftsunterlagen nichts Ungewöhnliches. Ein unerfahrener ist da ganz anders und betrachtet den Unternehmenskauf als Einschnitt in sein Leben. Ein Winden und hinhalten zum Datenaustausch für den Unternehmenskauf setzt ein. Sie als Käufer wissen ja jetzt, warum: es geht um „seine „Zahlen“. „Seine Heiligtümer“. Es ist „Tag der Wahrheit“ und manchmal ein trauriger Tag für den Unternehmenskauf. Nicht selten steigen bei den ersten BWA und Bilanz-Daten die Käufer aus dem Unternehmenskauf aus. Warum? Der vorher angepriesene Geschäftserfolg des zu verkaufenden Unternehmens ist wohl eher ein Wunschgedanke des Verkäufers. Die BWA Daten haben mit der „gewünschten“ Realität des Verkäufers nichts zu tun. Für den Unternehmenskauf unter den gewünschten Verkaufspreisvorstellung keine Chance. Der Unternehmenskauf ist einfach schlecht vorbereitet. Da wollte der Verkäufer mit dem Kopf durch die Wand. Leider ist oftmals auch die extrem hohe Bewertung des Verkäufers schuld. Völlig an den Bewertungsregeln vorbei. Wenig Objektivität, viel Subjektivität. Viel aus dem Bauchgefühl über den Daumen „gedacht“.

 

Unternehmenskauf als Zeitverschwendung. Ein Grund warum Sie Ihr „Warum“ für den Unternehmenskauf jetzt dringend nochmal lesen sollten. Aufgeben ist jetzt nicht. Wenn dieser Unternehmenskauf nicht klappt, dann ein anderer Unternehmenskauf. Sie haben ein starkes „Warum“!

 

Aber vielleicht ist ihr Zielunternehmen bzw. der Verkäufer gut vorbereitet. Er hat sogar einen Datenraum für den Unternehmenskauf einrichten lassen (online Anbieter für Datenräume sind genug vorhanden). Vorteil für den Verkäufer: Die ersten benötigten Daten, die den Unternehmenskauf betreffen, werden in den Datenraum hochgeladen. Sie als Käufer können diese lesen, aber nicht kopieren (Ausnahmen möglich) – und herunterladen schon gar nicht – nicht in dieser ersten Phase der Datensichtung für den Unternehmenskauf.

 

Wenn Sie einen sehr guten Unternehmenskauf erleben wollen, dann suchen Sie ein Unternehmen welches bereits eine „Vendor Due Diligence“ erstellt hat. Sie erkennen solche Unternehmen daran, dass Sie mit der „Vendor Due Diligence“ gerne „werben“. Was ist eine „Vendor Due Diligence“: Das ist die Due Diligence des Verkäufers für den Unternehmenskauf bzw. Unternehmensverkauf. Das ist ein Vorgang der alle (alle) Geschäftsunterlagen durchprüft und dann auch ein schriftliches Ergebnis – meist durch Wirtschaftsprüfer – bereithält. Sie haben damit als Käufer eine umfassende Transparenz zum Unternehmen und der Verkäufer zeigt ihnen damit zusätzlich an, dass er 100% ernsthafte Verkaufsabsichten hat. Die „Vendor Due Diligence“ kann schnell einige Zehntausend Euro (je nach Unternehmensgröße) kosten und der Verkäufer trägt diese Kosten bzw. hat diese Kosten bereits übernommen. Der Unternehmenskauf bzw. der Umfang ist solchen Verkäufern viel mehr bewusst, als ohne „Vendor Due Diligence“.

Mehr zum Thema Due Diligence für den Unternehmenskauf folgt in den nächsten Schritten.

 

Zurück zur „Normalität“: Ein Datenraum für den Unternehmenskauf ist aber nicht zwingend notwendig. Zeigt aber professionelle Vorbereitung auf Verkäuferseite für den Unternehmenskauf. Auf die „alte“ Art könnte der Verkäufer Sie auch zur ersten Datensichtung zu sich ins Unternehmen einladen. Dort ist dann ein „Raum“ für den Unternehmenskauf eingerichtet und Sie können sich die ersten Daten wie BWA und aktuelle Bilanz, etc. ansehen. Es gilt auch hier: sie haben auch kein Anrecht auf Mitnahme von Unterlagen.

 

Diese erste Datensichtung zum Unternehmenskauf dient einzig allein dazu (Ausnahmen möglich), dass Sie sich entscheiden, das Thema „Unternehmenskauf“ mit diesem Unternehmen weiter zu verfolgen.

 

Sie können an den Ertragszahlen und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sehen, ob das Unternehmen zu Ihrer Finanzierungsreichweite passt und dann den Unternehmenskauf weiter verfolgen. Denn Sie erinnern sich: Ihr Eigenkapital plus mögliche Fördermittel plus mögliche andere Finanzinstrumente ergeben den maximalen Kaufpreis, den Sie für den Unternehmenskauf stellen können. Abhängig davon, ob der Kaufpreis auf einmal oder in Raten, oder… gezahlt werden soll. Entscheidend ist aber auch, dass Sie jetzt schon grob errechnen können, ob das Zielunternehmen „Ihre“ geplante Finanzierungslast tragen kann (Thema Tragfähigkeitsanalyse) und der Unternehmenskauf Sinn ergibt. Das können Sie am Betriebsgewinn grob erkennen: Wenn „Ihre“ geplante Finanzierung für den Unternehmenskauf bzw. die monatliche Rückzahlung für den Preis des Unternehmenskauf an Banken etc. nicht von dem Zielunternehmen getragen werden kann, sollten sie hier stoppen bzw. in sich jetzt gehen und nochmal überlegen, was gemacht werden kann, um den Unternehmenskauf doch noch weiter zu verfolgen. Das ist mit individuellen Optimierungsvorgängen verbunden, aber das zu erkennen, dafür empfehle ich diese erste Sichtung der Geschäftsunterlagen.

 

Vielleicht fragen Sie einen speziellen Berater für Finanzierungen? Nutzen Sie mein Angebot: „30 Minuten kostenlose Beratung am Telefon“

 

Wenn Sie weiter machen wollen und Ihr Wunsch „Unternehmenskauf“ noch weiter besteht und sie grundsätzlich Lösungen haben für die Kaufpreiszahlung des Unternehmenskauf, dann kommt die Phase „LOI“ – Letter of Intent. LOI = unverbindliche Absichtserklärung.

 

Hier wäre ein sehr guter Zeitpunkt das Thema Fördermittel schon mal abprüfen zu lassen.

 

Unternehmenskauf Schritt 6: Letter of Intent, unverbindliche Absichtserklärung

Viele Verkäufer bestehen auf der Unterzeichnung eines LOI – Letter of Intent. Diese unverbindliche Absichtserklärung ist individuell ausgestaltet. Die Absichtserklärung beinhaltet Vereinbarungen über das weitere Vorgehen für den Unternehmenskauf – aber noch nicht den Kaufpreis oder anderer entscheidende Positionen. Diese entscheidenden Positionen gehören in einen speziellen Kaufvertrag. Aber das ist ein Thema für ihren Rechtsanwalt.

 

Wichtig für Sie als Käufer: Wenn Sie Fördermittel bzw. Förderinstrumente für den Unternehmenskauf nutzen wollen, dann müssen Sie vorher zu den Förderinstituten und Anträge vorbereiten. Ein LOI kann – je nach Ausgestaltung – als sogenannter Vorvertrag oder auch „Leistungsübergang“ von den Förderstellen gewertet werden, und dann ist Ihre mögliche Förderung verwirkt und der Unternehmenskauf wird sehr schwierig. Ein LOI kann somit als Vertragsabschluss gewertet werden und das wäre ein Maßnahmenbeginn (Mit einem Klick kommen Sie zu meinem Video „Maßnahmenbeginn“ bei You Tube). Das wiederum kann eine Förderung für den Unternehmenskauf ausschließen! Seien Sie also sehr vorsichtig mit dem Unterschreiben eines LOI. Wenn Sie sich nicht 100%tig sicher sind, was der Inhalt bedeutet, den Sie gerade im LOI für das Thema Unternehmenskauf unterschreiben wollen und welche Auswirkungen es hat, dann unterschreiben Sie nichts – und fragen erst Ihren Berater!

 

Erkenntnis: Das Thema Letter of Intent für den Unternehmenskauf sollten Sie auf jeden Fall mit einem Rechtsanwalt besprechen. Bei Wikipedia können Sie erste Grundsätze lesen. Wikipedia ersetzt aber nicht Ihren Rechtsanwalt. Allein die Unterscheidung eines „harten“ LOI und eines „weichen“ LOI wirkt sich rechtlich auf Ihre weiteren Schritte im Unternehmenskauf aus.

 

Der LOI – Letter of Intent bzw. die „Absichtserklärung“ ist in den meisten Fällen zum Unternehmenskauf unverbindlich. Aber es zeigt beiden Parteien eine Absicht der Ernsthaftigkeit zum Unternehmenskauf. Es ist aus kaufmännischere Sicht eine Art „ehrbare Erklärung“ und soll die moralische und psychologische Bedeutung des Unternehmenskauf hervorheben. In vielen LOI zum Unternehmenskauf sind Angaben bzw. Vereinbarungen wie folgt geregelt:

 

  • Bezeichnung der Vertragspartner für den Unternehmemskauf: Wer ist konkret der Verkäufer und wer ist konkret der Käufer (Personen?, Unternehmen oder Gesellschaften?,…)
  • Interessenbekundung beider Parteien zur Durchführung eines Unternehmenskauf bzw. Unternehmensverkauf
  • Zusammenfassung bisheriger Gesprächsergebnisse über den Unternehmenskauf
  • Konkretisierung der Schritte für den Unternehmenskauf
  • Zeitplan für den Unternehmenskauf, hier z.B. auch die Termine zur Due Diligence Prüfung des KÄUFERS
  • Mögliche Erteilung einer Vollmacht für den Käufer bzw. seinen Beratern für das Prüfen der Unterlagen zum Unternehmenskauf, hier auch zur Due Diligence
  • Fristen bzw. Zeiträume für Prüfungsvorgänge, Bedingungen unter denen der Unternehmenskauf weiter von beiden Parteien verfolgt wird und auch mögliche Abbruchklauseln für den Unternehmenskauf
  • Geheimhaltungsverpflichtung für den Unternehmenskauf bzgl. der erhaltenen Informationen, Rahmen für Ausnahmen, möglich auch Strafzahlungen bei Missbrauch der Unterlagen zum Unternehmenskauf
  • Vereinbarung was passiert mit den Unterlagen zum Unternehmenskauf bei Abbruch, hier insbesondere die Herausgabe- bzw. der Vernichtungsanspruch für den Verkäufer
  • WICHTIG: Klarstellung das der LOI keine Bindungswirkung auslöst, sondern nur das weitere Verfahren zum Unternehmenskauf
  • Festgelegte Gründe die zum Abbruch für die laufenden Verhandlungen zum Unternehmenskauf führen
  • Kostenübernahmen bzw. Ersatz von Auslagen, Bsp.: jeder zahlt seine Aufwendungen selber
  • Wenn gewünscht: Exklusivitätsklausel für einen bestimmten Zeitraum, damit der Unternehmenskauf nur zwischen den beiden Parteien und nicht mit anderen Käufern verhandelt wird

Wenn Sie bis hierhin gegangen sind, ist es nun spätestens Zeit, das Thema Finanzierung für den Unternehmenskauf zu erarbeiten bzw. die Ausarbeitung weiter voranzutreiben (oder zu starten).

 

Alle weiteren Schritte erfahren Sie in diesem kostenfreien Insider-Report hier. <<< anklicken, um zum Insider-Report zu kommen.

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