Liquidität verbessern - Ertrag steigern

In Phasen sinkender Umsätze und stagnierender oder sogar steigender Kosten sind Kostenoptimierungen und Kostenkontrollen in Unternehmen ein wichtiges Thema. Es sollte zwar zu jederzeit auf die Kosten geachtet werden, aber eine Gesamtprüfung der Kosten durchzuführen, und diese von verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten, kann zusätzliches Optimierungspotential hervorbringen.

 

Bei der Betrachtung der Kostenstrukturen machen die Positionen Personal, Energie, Miete und Finanzdienst oftmals die größten Blöcke aus. Einsparungen in diesem Bereich zeigen dementsprechend auch die größten Wirkungen.

 

In diesem Artikel wollen wir uns auf die Position „Finanzen“ einlassen. Oftmals als schwierig empfunden – ist dieses Thema in den meisten Fällen jedoch sehr vielversprechend: die Analyse der Kosten die die Finanzierungsstruktur des Unternehmens verursacht. Hauptanteil bei diesem Thema ist die Frage, ob Bankkredite mit hohen Zinszahlungen in der aktuellen Bankenlandschaft gegebenenfalls umgeschuldet werden können. Dazu müssen die bestehenden Kreditverträge analysiert werden. Die vielbesagten Hausbanken müssen dann überzeugt werden, bestehende Zinsvereinbarungen und fest vereinbarte Kreditlaufzeiten vorzeitig aufzuheben, wenn das  Unternehmen im Gegenzug im Rahmen der Umschuldung auf günstigere Zinskonditionen langfristig an die Hausbank gebunden werden kann. Das vermag in der heutigen Situation schwierig erscheinen – aber sollte nicht unversucht lassen.

 

Im Rahmen so einer Finanzoptimierung ist auch zu untersuchen, ob das Unternehmen bzw. der Finanzverantwortliche dafür Sorge getragen hat, das das Unternehmen mögliche Fördermittel erhalten hat  oder ob die Beantragung von Fördermitteln in Betracht kommt. Aktuell scheinen einige Banken schwerfällig an dieses Thema heranzugehen, da die Finanzkrise mehr Zurückhaltung bei den Banken produziert als Lösungen hervorbringt. Es sind individuelle Projekte und somit aber auf jeden Fall zu prüfen.

 

Neben den Zinskonditionen spielt das Thema des Kapitalstruktur (woher kommt das Kapital) eine entscheidende Rolle: gibt es Investoren, die Kapital für das Unternehmen bereitstellen oder war es nur die Bank (die mit Bürgschaften und Sicherheiten den Kredit gegeben hat). Sind alternative Finanzierungsquellen vorhanden, die man nutzen kann und somit ein Stück Unabhängigkeit von Banken gewinnt?

 

Die Frage die sich hierbei zum Thema Kostenoptimierung stellt: wie kann man die Kapitalstruktur optimieren und somit bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen? Eine Analyse dieser Kapitalpositionen ist und wird entscheiden für das weitere Bestehen vieler Unternehmen!

 

Wenn diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, ist eine intensive Analyse der Kostenstellen nötig, die teilweise zu überraschenden Ergebnissen führen kann. Bei einem Industrieteilelieferant konnten beispielsweise die Erlöse aus Abfallverwertung im Untersuchungszeitraum durch Optimierungsmaßnahmen etc. um mehr als 40 % gesteigert werden. Bei genauerer Betrachtung der Kostenpositionen fiel jedoch auf, dass jede abgegebene Tonne Abfall mit mehr als 800 Euro vom Unternehmen bezuschusst werden musste. Die Gründe dafür lagen zu einem an zu hohen Personalkosten und zum anderen in einer falschen Kostenkalkulation bei den Verwertungspreisen. Der rechnerische Anstieg von 40% war somit ein Minusgeschäft. Also prüfen Sie die Kostenketten in Ihren Unternehmen und hinterfragen den Ablauf bis in die Details.

 

Fazit: Jede Optimierung in diesem Thema basiert auf verschiedenen Möglichkeiten und ist zu jedem Unternehmen individuell abzustimmen. Finanzierungspositionen, Zinszahlungen, Tilgungsvereinbarungen, Kapitalströme zur Refinanzierung – alles kommt unter die Lupe. Wie dann aus den einzelnen Positionen eine Optimierungsmöglichkeit besteht, ist dann von der Geschäftsführung zu hinterfragen und dann umzusetzen. Kostenanalysen sind also ein dauerhaftes Werkzeug und dienen der Optimierung im Unternehmen. Wettbewerbsvorteile können so gesichert werden und zusätzlich schafft es Transparenz im Unternehmen.

 

 

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