Eigenkapital-Quote verbessern - Geheimnis in der Bilanz?

Die harten Fakten zählen: Die Eigenkapitalvorschriften, die Basel 2 und Basel 3 mit sich bringen, führen dazu, dass harte Bilanzfaktoren umso mehr eine Rolle spielen.

 

Harte Bilanzfaktoren sind zum Beispiel Kennzahlen zur Vermögens- oder Ertragslage. Positive oder gar „herausragende“ weiche Faktoren, wie Planung und Steuerung des Unternehmens, fallen leicht unter den Tisch. Das spüren Unternehmer unter anderem sehr schnell in einem Bankgespräch, wenn es um die Vergabe von Krediten geht. Der Bankberater wird sehr früh das Thema Bilanzen angehen, um auf dieser Grundlage ein Rating für das Unternehmen zu erstellen. Passen darin die Kennzahlen nicht ins Schema, folgt im schlechtesten Fall eine Absage des Kreditantrags, weil zum Beispiel die Eigenkapitalquote zu niedrig ist.

Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen zu niedrig

 

Wenn es um die Kreditvergabe geht, ist eine der wichtigsten Kennzahlen das Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme bzw. der Verschuldungsgrad des Unternehmens. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Unternehmen in Deutschland ist seit Jahren zu niedrig. Die Tendenz sieht zwar besser aus, aber es muss weiter daran hart gearbeitet werden. Durch die neuen Richtlinien von Basel 2 und auch Basel 3 werden deutsche Geschäftsführer intensiver dazu gezwungen sein ihre Eigenkapitalquote zu steigern, um damit auch ihre Bilanz zu verbessern. Es sollte darauf hinausgearbeitet werden, das Unternehmen sich auf die eigene Finanzkraft und auf bankenunabhängige Finanzierungen ausrichten und somit nicht nur immer die Bank für Finanzinvestitionen, Vorfinanzierungen, Restrukturierungen o.ä. genutzt werden müssen.

 

Bilanzoptimierungslösungen

Um bei einem Kreditgespräch die Argumente auf seiner Seite zu haben, ist es für einen Unternehmer besonders wichtig, die Bilanzen seines Unternehmens zu optimieren. Stellt er fest, dass die Bilanz nicht für eine Kreditvergabe genügt, besteht noch kein Grund das Handtuch zu werfen. Es gibt Lösungen, die Kapital ins Unternehmen holen und zugleich die Bilanz optimieren.

 

Bilanzoptimierung mit Marken- und Patentleasing

Marken- und Patentleasing sind zwei Wege, um mit immateriellen Vermögensgegenständen Kapital zu beschaffen, um somit die Bilanz zu optimieren. Seit 1. Januar 2005 sind Marken und Patente als wirtschaftliches Gut anerkannt und damit auch aus dem Unternehmen zu transferieren. Das bedeutet: Sie können vom Betrieb getrennt und veräußert werden und haben auf diese Weise Auswirkung auf die Bilanz.

 

Beim Marken- und Patentleasing hat man sich diese neuen Möglichkeiten zunutze gemacht. Dafür wird für die Marke oder das Patent eine Bewertung vorgenommen und die Rechte für eine festgelegte Zeit bei einer Bank zu hinterlegen. Wie ein solches Leasing abläuft, erklärt sich am folgenden Beispiel Markenleasing. In ähnlicher Weise gilt die Prozedur auch für das Patentleasing.

 

Viele Unternehmen sind sich des Wertes ihrer Marke noch nicht bewusst, weil sie ihn nicht kennen und damit nicht zu nutzen wissen. Die wenigsten Manager und Geschäftsführer haben dies erkannt und versäumen nun aus dem/der geschützten Namen/Marke zusätzliches Kapital zu mobilisieren. Eingetragene Marken können durch Markenleasing zusätzliche Liquidität ins Unternehmen leiten:

Eine Leasinggesellschaft kauft die Markenrechte eines Unternehmens für eine bestimmte Laufzeit. Das Unternehmen mietet im gleichen Zug die Marke zurück und kann beispielsweise mit der daraus gewonnenen Liquidität neue Projekte in die Wege leiten, die Marke weiter ausbauen, das Marketing direkt verstärken. Für die geleaste (eigene) Marke entrichtet sie Leasingraten, ähnlich wie beim Auto- oder Computerleasing. Zum Ende der Laufzeit gibt die Leasinggesellschaft die Markenrechte an das Unternehmen wieder vollständig zurück. Diese alternative Finanzierungsmethode hat den Vorteil, dass Bilanz optimiert und die Eigenkapitalquote gesteigert werden kann. Das Unternehmen erhöht unter anderem somit die Kreditwürdigkeit gegenüber Banken. Insbesondere im Mittelstand schlummern noch große Potenziale. Sie könnten sich durch Markenleasing im Wettbewerb besser stellen.

 

Bilanzoptimierung durch Leasing und Factoring

Zur Stärkung der Eigenkapitalquote gehören jedoch noch andere Wege als Mezzanine-Kapital (siehe Teil 1 zu diesem Thema)  und Marken- sowie Patentleasing. So kann ein Unternehmer die gesamte Wertschöpfungskette nach Verbesserungsmöglichkeiten ausloten, die den freien Kapitalfluss verbessern. Das Unternehmen ist so in der Lage sich von der Belastung durch Fremdkapital befreien und damit auch indirekt die Eigenkapitalquote steigern. Das beginnt mit dem Leasing der Unternehmensausstattung und Mobilien, die von Krediten befreien und hört bei Factoring, dass bessere Konditionen bei Lieferanten bringt noch lange nicht auf.  Hier werden Leasing und Factoring vorgestellt.

 

Leasing:

Leasing ist die Überlassung von Wirtschaftsgütern durch Produzenten oder durch besondere Leasing-Gesellschaften gegen Zahlung von monatlichen Leasing-Raten. Interessant ist Leasing, weil der Kauf der Büro- und Geschäftsausstattung, von EDV-Anlagen, Maschinen, Fuhrpark oder der Geschäftsräume teures Eigenkapital bindet. Ähnliches gilt für die Kreditfinanzierung, weil hier zum einen häufig ein Eigenkapitalanteil verlangt wird und zum anderen Sicherheiten zur Verfügung stehen müssen. Beim Leasing zahlt das Unternehmen lediglich für die befristete Gebrauchsüberlassung des Gutes die monatlichen Leasingraten. Sofortige Investitionskosten oder Anzahlungen entfallen. Das Unternehmen hat nun freie Kapazitäten, um das Eigenkapital strategisch besser einzusetzen oder die Bilanz zu optimieren indem die Eigenkapitalquote gesteigert wird.

 

Factoring: Forderungen eines Unternehmens binden oft liquide Mittel. Kunden bekommen lange Zahlungsziele eingeräumt, um die Vertriebs- und Absatzchancen zu erhöhen. Außerdem müssen Unternehmen viel Zeit auf das Eintreiben von Forderungen verwenden und teilweise sogar Ausfälle verkraften. Sie können jedoch vorbeugen, wenn sie Ihre Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft verkaufen. Das Unternehmen erhält sofort die liquiden Mittel, auf die es vorher lange warten musste. Der Unternehmer bekommt das Geld für die Forderung von dem Factor, der vom Unternehmen Zinsen und Gebühren verlangt. Der Factor übernimmt dafür üblicherweise mit dieser Forderung auch gleichzeitig das Ausfallrisiko.

 

Für das Unternehmen ergeben sich einige Vorteile durch das Factoring, um die Bilanz zu verbessern: Die Rechnungen werden sofort ausgeglichen, die Bargeldreserven steigen an. Die zur Verfügung stehenden Mittel können zur Tilgung von Verbindlichkeiten eingesetzt werden. Lieferantenkredite sind nicht mehr nötig, dafür können Skonti in Anspruch genommen werden. Der Verwaltungsaufwand sinkt, weil die Factoring-Gesellschaft den Forderungseinzug übernimmt.

 

Fazit

Wenn die Möglichkeiten zur Verbesserung der Wertschöpfungskette wie Leasing und Factoring, Marken- und Patentleasing, Finetrading, etc.  optimal ausgenutzt werden, gehören die Vorgaben durch Basel 2 und Basel 3 nicht mehr zum Schreckensszenario in einem Bankgespräch. Im Gegenteil: Sie dienen als Argumente für bessere Kreditkonditionen. Außerdem ist ein Unternehmen in der Lage die Finanzierung auf mehrere Beine zu stellen. So steigt die Sicherheit bei besseren Entwicklungschancen.

 

 

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